Kreuzbandriss 
beim Hund

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Kniegelenk Hund, Kreuzbandriss

Schematische Seiten-Darstellung eines Kniegelenks vom Hund

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Röntgenbild des linken Hundeknies nach erfolgreicher TPLO

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn der Hund nach der vollständigen Heilung des Knochens (nach ca. 8-12 Wochen) wieder lahm- und schmerzfrei ist, steht einer Rückkehr zu einem aktiven Leben nichts im Wege.

Zwischen Schmerz, Verzweiflung und neuer Beweglichkeit

Der Riss des vorderen Kreuzbandes zählt zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen beim Hund und ist zu Recht eine gefürchtete Diagnose unter Hundebesitzern. Diese Verletzung führt zu Schmerzen, schränkt die Beweglichkeit ein und verringert sowohl die Lebensqualität als auch die Lebensfreude.

Ein Kreuzbandriss entsteht beim Hund in der Regel nicht plötzlich, sondern entwickelt sich über einen längeren Zeitraum hinweg durch degenerative Veränderungen, die schließlich zur Ruptur des Kreuzbands führen.

Hunde aller Rassen und Größen können davon betroffen sein, wobei größere Hunde mittleren Alters besonders anfällig sind. Bei kleinen Hunden hingegen kommt häufiger eine Patellaluxation vor.

Ganz kurz zur Anatomie: 

Die Kreuzbänder sind die wichtigsten Stabilisatoren des Kniegelenks und sorgen dafür, dass der Oberschenkelknochen stabil mit dem Schienbein verbunden bleibt. Ein Riss des Kreuzbandes führt zu einer Instabilität des Gelenks, verursacht starke Schmerzen und Lahmheit und kann ohne Operation zu Arthrose Bildung und Meniskusschäden führen. Daher ist es wichtig, jede Form von Lahmheit bei eurem Hund ernst zu nehmen und rechtzeitig einen Tierarzt aufzusuchen.

Und wie zeigt sich der Kreuzbandriss? 

Zu den Symptomen gehören starke Schmerzen und eine plötzlich auftretende Lahmheit, die von leichtem Humpeln bis hin zu einer vollständigen Entlastung des betroffenen Beines reichen kann. In der Regel verstärkt sich die Lahmheit bei Belastung. Ebenso zeigt sich eine eingeschränkte Beweglichkeit des betroffenen Beins, der Hund hält das Bein gebeugt oder tippt nur noch mit der Zehenspitze auf den Boden. Im Stand wird der Fuß oft entlastet, und im Sitzen dreht der Hund das Bein nach außen, um eine schmerzhafte Beugung des Kniegelenks zu verhindern. 

Zudem ist das Kniegelenk geschwollen, warm und beim Abtasten schmerzempfindlich. 

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose erfolgt in der Regel schon bei der orthopädischen Untersuchung, ein Beweis für einen Kreuzbandriss ist z.B. ein positiver Schubladen-Test, ebenso ist eine vermehrte Kniegelenksfüllung durch den Entzündungsprozess ein starker Hinweis auf eine Ruptur. Besonders hilfreich bei der Diagnose ist natürlich ein Röntgenbild oder bestenfalls ein MRT vom Kniegelenk.

Je nach Schwere der Verletzung stehen verschiedene Behandlungs- und Operationsmöglichkeiten zur Verfügung. Bei kleinen und weniger schweren Hunden kann auch eine konservative Therapie, die Schmerzmittel, Ruhe und Physiotherapie umfasst, in Betracht gezogen werden.

Für die chirurgische Behandlung eines Kreuzbandrisses existiert eine Vielzahl von Techniken, die alle das gemeinsame Ziel verfolgen, das Kniegelenk dauerhaft zu stabilisieren. Diese Methoden reichen von der Verwendung körpereigener Bindegewebsstrukturen oder künstlicher Materialien zum Ersatz des Kreuzbandes bis hin zur Straffung der Gelenkkapsel. Zudem gibt es verschiedene Techniken zur Modifikation der Gelenkbiomechanik, bei denen die auf das Kniegelenk wirkenden Kräfte umgeleitet werden. 

Die zwei am häufigsten angewandten Operationstechniken sind die TPLO Tibia Plateau Leveling Osteotomy und das TTA (Tibial Tuberosity Advancement). Beide Verfahren zielen darauf ab, ein Vorwärtsgleiten des Schienbeins zu verhindern, wenn der Hund das Bein belastet.

Jede chirurgische Methode bringt sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich. Der Tierarzt wird individuell abwägen, welche Methode für den Hund am besten geeignet ist.

Physiotherapie:

Nach allen Methoden wird empfohlen, frühzeitig eine Physiotherapie in den Rehabilitationsprozess zu integrieren. Diese zielt darauf ab, den Heilungsverlauf zu beschleunigen, Schmerzen zu lindern, das Bewegungsausmaß des Gelenks zu erhöhen und so das Wohlbefinden des Hundes zu verbessern.

Bereits ab dem 2./3. Tag nach der Operation sind passive Bewegungen des Knies durch einen ausgebildeten Physiotherapeuten möglich. 

Darüber hinaus ist eine Massage des gesamten Körpers empfehlenswert, um eingespielte Schonhaltungen und Verspannungen abzubauen, die oft das Resultat eines nicht plötzlichen Geschehens sind, sondern vielmehr schon länger bestehender Fehlhaltungen.

Durch sanfte Bewegungsübungen wird das Gelenk behutsam wieder in Bewegung gebracht, ohne es dabei zu überlasten. Zusätzlich kommen Techniken zum Einsatz, die die Durchblutung fördern und die Wundheilung unterstützen.

Zur Schmerzlinderung kann nach der OP (je nach Art) auch die Thermo- Elektro- oder Magnetfeldtherapie zum Einsatz kommen.

Ein paar Wochen nach der OP folgt dann eine aktive Bewegungstherapie mit z.B. isometrische Übungen, bergauf gehen, Hindernisarbeit für die Koordination oder dem Unterwasserlaufband.

Gezielte Physiotherapie unterstützt die Genesung des Hundes, er kommt schneller wieder auf die Beine und zurück zu seiner gewohnten Aktivität.

Bist Du an weiteren Informationen interessiert, schreib mir gerne eine Nachricht oder ruf mich an.

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