Hirschlausfliege beim Hund – Kleine Fliege, große Nervensäge auf sechs Beinen

Woran erkennst du eine Hirschlausfliege?
Eine Hirschlausfliege wird schnell mit einer Zecke verwechselt. Ein paar Merkmale helfen bei der Unterscheidung:
- Hirschlausfliegen haben 6 Beine, Zecken 8.
- Sie sind etwa 5–6 mm groß.
- Ihr Körper ist flach und bräunlich.
- Sie besitzen zunächst Flügel.
- Nach der Landung auf dem Wirt werden die Flügel abgeworfen.
Anders als eine Zecke sitzt die Hirschlausfliege also nicht einfach an einer Stelle, sondern flitzt durch das Fell.

Ein ungebetener Gast im Hundefell
Du kommst mit deinem Hund vom Herbstspaziergang zurück und plötzlich krabbelt etwas durch sein Fell, das sich kaum einfangen lässt? Flach, braun, ziemlich flink – und irgendwie sieht es aus wie eine Zecke mit Flügeln? Dann könnte es eine Hirschlausfliege sein.
Auch wenn sie gerne als „fliegende Zecke“ bezeichnet wird: Mit einer Zecke hat sie nichts zu tun. Die Hirschlausfliege gehört zu den Lausfliegen und ist etwa 5–6 mm groß. Ihre eigentlichen Wirte sind vor allem Hirsche und Rehe. Gelegentlich landen die kleinen Blutsauger aber auch auf Hunden, Pferden oder Menschen.
Warum gerade im Herbst?
Hirschlausfliegen sind besonders im Spätsommer und Herbst unterwegs. Vor allem im Wald und an Waldrändern kann dein Hund mit ihnen in Kontakt kommen.
Nach der Landung auf Ihrem Wirt krabbelt die Fliege durch das Fell und sucht eine geeignete Stelle zum Blutsauen. Hat sie ihren Wirt gefunden, wirft sie ihre Flügel ab. Und dann wird es schwierig, sie wieder loszuwerden. Denn die kleine Fliege ist ziemlich flink und kann sich erstaunlich schnell im Fell verstecken.
Manche Hunde werden plötzlich unruhig, kratzen sich heftig oder versuchen, an einer bestimmten Stelle zu knabbern. Allerdings sind diese Symptome nicht eindeutig. Auch Zecken, Flöhe, andere Insekten oder Hautprobleme können ähnliche Beschwerden verursachen.
Wie gefährlich ist die Hirschlausfliege für Hunde?
In Hirschlausfliegen wurden unter anderem Bakterien der Gattung Bartonella nachgewiesen. Wissenschaftlich wird deshalb untersucht, ob die Fliegen Krankheitserreger übertragen können.
Wichtig ist aber: Der Nachweis eines Erregers in einer Hirschlausfliege bedeutet nicht automatisch, dass dein Hund durch einen Biss krank wird. Und wie groß das tatsächliche Erkrankungsrisiko für Hunde ist, lässt sich derzeit nicht zuverlässig beurteilen.
Die Hirschlausfliege gehört sicherlich zu den weniger schönen Überraschungen eines Herbstspaziergangs. Gefährlich ist sie für deinen Hund aber nicht automatisch. Sie kann aber unangenehm beißen und für ordentlich Juckreiz sorgen. Und weil die Frage nach einer möglichen Übertragung von Krankheitserregern noch nicht abschließend geklärt ist, gilt auch hier: Nicht in Panik geraten – aber aufmerksam bleiben.
Was tun, wenn du eine Hirschlausfliege findest?
Wenn die Fliege noch im Fell herumläuft, kannst du versuchen, sie mit einem feinen Kamm herauszukämmen und anschließend zu entfernen.
Schau besonders an:
- Kopf und Ohren
- Hals und Nacken
- Brust und Bauch
- Achseln
- Stellen mit dichtem oder langem Fell
Der Fellcheck hat übrigens noch einen schönen Nebeneffekt: Du findest dabei vielleicht auch gleich eine Zecke oder die Granne, die sich heimlich mit nach Hause geschmuggelt hat.
Beobachte die betroffene Stelle. Eine leichte Rötung oder etwas Juckreiz kann vorkommen. Problematisch wird es, wenn dein Hund die Stelle ständig kratzt oder aufbeißt. Dadurch können zusätzliche Hautverletzungen und Entzündungen entstehen.
Bei allem, was dir ungewöhnlich vorkommt oder wenn du unsicher bist, lieber einmal tierärztlich abklären lassen.
Wie kann ich meinen Hund vor Hirschlausfliegen schützen?
Einen speziell gegen Hirschlausfliegen belegten Schutz gibt es derzeit nicht. Deshalb ist die einfachste Maßnahme: Nach dem Waldspaziergang einmal gründlich durchs Fell
Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Hast du den Verdacht auf eine Grannenverletzung oder zeigt dein Tier Schmerzen, suche bitte möglichst schnell eine Tierarztpraxis auf.